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FIFO, LIFO, HIFO, LOFO, FEFO – Lagerprinzipien

Ein gut organisiertes Lager ist wichtig für jedes Unternehmen, das mit Waren zu tun hat – unabhängig von dessen Größe. Die verschiedenen Lagerstrategien setzen an diesem Punkt an. Je nachdem, welche Art von Produkten Sie vertreiben, brauchen Sie entsprechende Lagermethoden, die alle Arbeitsschritte im Lager optimal auf die logistischen Prozesse abstimmen. FIFO, LIFO, HIFO, LOFO und FEFO bezeichnen die wichtigsten Lagerprinzipien. Was sind die Vor- und Nachteile des jeweiligen Lagerprinzips? Bei welchen Produkten wird welches Prinzip angewendet? Welche Lagerlösungen gibt es zu ihrer Implementierung? In diesem Artikel stellen wir die verschiedenen Lagerstrategien vor sowie die Hintergründe für die Anwendung der einzelnen Methoden.

 

 

FIFO (First In, First Out)

 

Funktionsweise und Einsatzzweck

 

LIFO- und FIFO-Verfahren sind am weitesten verbreitet im Bereich der Warenwirtschaft.

 

FIFO ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für „First In, First Out“. Das heißt, dass die zuerst eingelagerte Ware auch zuerst wieder entnommen wird. Lagertechniken, bei denen das FIFO-Prinzip angewendet wird, benötigen Regale, auf die ein Zugriff von beiden Seiten möglich ist. Das sind zum Beispiel:

 

  • Durchlaufregale
  • Behälterdurchlaufregale
  • Durchfahrregale (bedient von Gabelstaplern)

 

Bei diesen Lagertechniken wird das Lagergut (auf den Paletten oder in Behältern) von Maschinen oder Menschen von einer Seite in den Regalen platziert, bewegt sich von dort aus mithilfe von Antriebselementen oder durch die Schwerkraft über Rollbahnen selbständig innerhalb des Regals zum Entnahmeplatz auf der anderen Seite des Regals.

 

Diese Methode der Lagerhaltung kommt insbesondere bei verderblichen Waren zum Einsatz, die ein Verfallsdatum haben oder die mit der Zeit an Wert verlieren (z. B. IT-Geräte).

Quelle: http://www.hdc.pl/de-DE/files/grafika/galerie/Regaly_magazynowe/Regaly_przeplywowe/25.jpg

 

Vor- und Nachteile

 

Vorteile

Nachteile

  • Gleichbleibende Lagerdauer
  • Reduzierung des Wertverlusts der Ware infolge von Alterung, Beschädigung oder Rost
  • Optimaler Füllgrad
  • Unabhängige Einlagerung und Entnahme
  • Verlust von Lagerkapazität, da Gänge auf beiden Seiten der Regale notwendig sind

 

 

LIFO (Last In, First Out)

 

Funktionsweise und Einsatzzweck

 

LIFO ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für „Last In, First Out“. Beim LIFO-Prinzip werden die zuletzt eingelagerten Waren auch zuerst entnommen. Die Ein- und Auslagerung der Güter erfolgt von derselben Regalseite, was zur Folge hat, dass die zuletzt eingelagerten Produkte sich weit vorne befinden. Das LIFO-Prinzip wird zum Beispiel bei Einschub- oder Einfahrregalen und Satelliten-Regallagern eingesetzt. Dieses Verfahren kommt zum Beispiel bei nicht verderblichen Waren ohne Verfallsdatum zur Anwendung, wie bei Schüttgütern, Stahlindustrieprodukten oder Baumaterialien.

Quelle: https://www.bito.com/fileadmin/Bilder/Loesungen/Systeme/Palettensysteme/Einfahrregal/einfahrregal-0002.jpg

 

Vor- und Nachteile

 

Vorteile

Nachteile

  • Technisch einfach umzusetzen
  • Platz- und Kosteneinsparung gegenüber der FIFO-Methode
  • Effiziente Nutzung von Lagerkapazität, da Zugriff nur auf eine Seite der Regale notwendig ist
  • Anderweitige Nutzung der freigewordenen Fläche (da kein zweiter Arbeitsgang notwendig ist): zusätzlicher Platz für Warenannahme, Kommissionierung oder Versand
  • Einlagerung und Entnahme müssen aufeinander abgestimmt werden

 

 

Die beiden unten erläuterten Konzepte HIFO und LOFO sind preisabhängige Lagerverfahren und werden in der Lagerhaltung eher selten angewendet.

 

HIFO (Highest In, First Out)

 

Funktionsweise und Einsatzzweck

 

Bei der HIFO-Methode verlässt die Ware mit dem höchsten Beschaffungswert zuerst das Lager. Es werden also die Produkte zuerst ausgelagert, deren Anschaffung für das Unternehmen am teuersten war. Diese Strategie wird z. B. bei Rohstoffen, die mit der Zeit angegriffen werden, eingesetzt.

 

 

LOFO (Lowest In, First Out)

 

Funktionsweise und Einsatzzweck

 

Bei der LOFO-Strategie verlassen diejenigen Güter mit dem geringsten Preis das Lager zuerst. Im Lager befinden sich daher die Mengen mit den günstigsten Einstandspreisen vorne. HIFO und LOFO werden aber weniger oft oder ergänzend eingesetzt.

 

 

FEFO (First Expired, First Out)

 

Funktionsweise und Einsatzzweck

 

FEFO ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für „Zuerst abgelaufen – zuerst hinaus“. Beim FEFO-Prinzip werden diejenigen Produkte, die zuerst ablaufen, zuerst ausgelagert. Vom einfacheren FIFO-Prinzip unterscheidet es sich insofern, als nicht der Zeitpunkt des Wareneingangs, sondern das Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Verfallsdatum die Reihenfolge der Entnahme bestimmen. Das FEFO-Prinzip wird verwendet, wenn beispielsweise Kundenanforderungen oder Anforderungen aufgrund von Normen bestehen. Dies ist zum Beispiel in der Pharmaindustrie sowie in der Lebensmittelindustrie der Fall. Die FEFO-Strategie kommt auch bei Saisonartikeln zum Einsatz.

Quelle: https://utopia.de/app/uploads/2018/01/mindesthaltbarkeitsdatum-u-180115-1280x600.jpg

 

Vor- und Nachteile

 

Vorteile

Nachteile

  • Risikominimierung
  • Vermeidung von Verschwendung –Reduzierung des Wertverlusts der Ware infolge von Alterung
  • Kostenintensiver als FIFO

 

 

Der Weg zum richtigen Verfahren

 

Die Wahl der geeigneten Lagermethode richtet sich nach der Artikelart und dem Verbrauch der gelagerten Waren. In der Warenwirtschaft ist die FIFO-Methode aufgrund eines Verfallsdatums oder eines potenziellen Wertverlusts die gängige Methode – verderbliche Produkte mit einem Verbrauchs- oder Mindesthaltbarkeitsdatum müssen unbedingt nach dieser Methode gelagert werden.

 

Wenn die Lagerdauer der Ware keine entscheidende Rolle spielt, kann die LOFO-Methode zwecks Platz- oder Kosteneinsparungen eingesetzt werden. Dies ist bei unverderblicher Ware der Fall.

 

In der Praxis kommen in einem Lager häufig Kombinationen aus mehreren der hier beschriebenen Strategien zum Einsatz.

 

Die Wahl des Lagerverfahrens hat auch direkten Einfluss auf andere Aspekte der Lagerhaltung, z. B. auf die Einrichtung des Lagers und die Wahl der passenden Fördertechnik. Sollten Sie Unterstützung bei der Lagereinrichtung oder Lageroptimierung benötigen, beraten wir Sie gerne und unterbreiten Ihnen – nach einer eingehenden Untersuchung Ihrer Betriebsabläufe – gerne individuelle Lösungsvorschläge.

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